Stefan Fischerländer’s Blog One Blog Is Not Enough

China garantiert “ausreichenden” Webzugang

July 30th, 2008

Vor einigen Wochen habe ich bereits über meinen privaten Olympia-Boykott geschrieben. Hintergrund ist beileibe nicht nur die Tibetfrage; die halte ich eher für nebensächlich. Weitaus wichtiger ist für mich wie die chinesische Regierung mit den Kritikern im eigenen Land umgeht und welche Rolle China in der Welt spielt - zum Beispiel bei der Unterstützung des Regimes im Sudan.

Nun hat das IOC stets wiederholt, dass die ausländischen Journalisten frei berichten dürfen und natürlich - eigentlich ein Irrsinn, das im Jahre 2008 extra hervorheben zu müssen - auch freien Internetzugang haben werden. Doch jetzt, wenige Tage vor Beginn der Spiele, wird selbst diese Selbstverständlichkeit wieder einkassiert:

Meine Hauptbeschäftigung und Verantwortung ist es, sicherzustellen, dass offen über die Wettbewerbe berichtet wird. Das erstreckt sich nicht notwendigerweise auf den freien Zugang und die Berichterstattung über alles, was mit China zu tun hat.

Kevan Gospar, Chef der IOC-Pressekommission, zitiert lt. FAZ

Ein Sprecher der chinesischen Olympia-Organisatoren nannte den bereitgestellten Webzugang “ausreichend”. Das heißt im Klartext, Websites der BBC oder der Deutschen Welle werden auch während der olympischen Spiele auch im IOC-Pressecenter gesperrt sein. Die Spiele von Peking werden immer mehr zur Farce.

Update: Ein “wunderschönes” Zitat von Herrn Gospar ist mir gestern durchgerutscht: “Ich kann den Chinesen nicht erzählen, was sie tun sollen.” Was für eine Heuchelei! Das IOC schafft es sogar, eigene Gesetzte schaffen zu lassen, etwa das deutsche Olympiaschutzgesetz. Aber in China können sie angeblich nichts ausrichten. Welch ein Witz. Das IOC müsste m.E. nur mit einer offiziellen Rüge drohen und die Regierung in Peking würde kuschen, zu groß wäre sonst der Gesichtsverlust. Das IOC und Chinas Regierung sind halt beide autoritäre Altmännervereine, kein Wunder, dass die sich so gut verstehen.

Will iPhone kaufen! oder: T-Mobile ist die chaotischte Firma Deutschlands

July 16th, 2008

Ich habe heute T-Mobile offiziell zur chaotischten Firma Deutschlands gewählt. Warum? Weil ich seit Wochen versuche, ein iPhone zu kaufen. Vergeblich natürlich, denn der Verkäufer heißt T-Mobile. Bei all den Erlebnissen mit dem Laden wundert’s mich, wie deren Radsportteam es schaffte, jahrelang systematisch zu dopen. Denn dass bei denen irgendwas systematisch funktioniert ist einfach nicht zu glauben. Aber zurück zum iPhone.

Im alten iPhone fehlte mir ein GPS-Modul. Alle Welt redet von Location-Based-Services; deshalb war mir klar, mein nächstes Handy muss GPS haben. Also musste ich abwarten - bis Ende Juni die Mail von T-Mobile kam: ‘iPhone jetzt bestellen!’. Ich habe also sofort angerufen bei der Geschäftskunden-Hotline - und wurde eiskalt abgeblockt. “Nö, Sie können das iPhone nicht vorbestellen.” - “Aber Sie machen ja schon Werbung dafür!” - “Naja, aber das geht trotzdem nicht.” Okay, warte ich also noch ein wenig.

Am 1. Juli dann die erneute, noch penetrantere Ankündigung von T-Mobile, dass das iPhone nun zu bestellen sei. Ich versuche mein Glück erneut. Und in der Tat nimmt der nette Herr an der Hotline meine Bestellung mit all ihren Feinheiten - ich brauch die E-Mail-Flatrate nicht mehr und auch meine Datenoption ist künftig hinfällig - entgegen. In der Folge warte ich auf die übliche schriftliche Auftratsbestätigung, die aber nicht eintrifft.

Also versuche ich am 11. Juli, immerhin der hochoffizielle Erstverkaufstag, mein Glück erneut an der Hotline. Mein diesmaliger Berater erklärt mir, dass mein 1.-Juli-Berater Unsinn erzählt habe, denn das iPhone könne erst heute bestellt werden. Offenbar habe der 1.-Juli-Berater meine Bestellung nur aufgeschrieben, so der wiederum nette Herr im Callcenter, und werde sie heute im Laufe des Tages eingeben. Da ich das arg obskur finde, bietet mir nun der 11.-Juli-Berater an, die Bestellung jetzt gleich ins System einzugeben. Vor meinem geistigen Auge sehe ich schon, wie mir der Paketdienst zwei iPhones aushändigen will; aber da ich ein risikofreudiger Mensch bin, nehme ich den Vorschlag trotzdem an.

Der 11.-Juli-Berater gibt also sämtliche Daten ein. Auf meine ausdrückliche Nachfrage erklärt er mir, dass der neue iPhone-spezifische Tarif “Complete M” erst aktiv würde mit der Aktivierung des iPhones, welches mir “Mitte kommender Woche” - also so um den 16. Juli herum - zugehen werde. Letzteres zweifle ich zwar innerlich an, aber Hauptsache, das Ding ist bestellt. Meine ebenfalls mitbestellte zweite SIM-Karte sowie die Auftragsbestätigung würden bereits am Montag im Briefkasten liegen, so jedenfalls mein 11.-Juli-Berater. Natürlich kommt weder eine Auftragsbestätigung noch eine SIM-Karte am Montag. Und am Dienstag auch nicht. Da ich aber den Sauhaufen T-Laden schon kenne, rege ich mich nicht weiter darüber auf. Irgendwann wird’s schon klappen.

Inzwischen schreiben wir den 15. Juli, spätabends. Mein Handy präsentiert mir eine SMS, dass auf meiner Mailbox ein Anruf vermerkt sei - was mir komisch vorkommt, da ich keinen Anruf gehört hatte. Nun gut, kann passieren. Als ich die obligatorische 3311 wähle, soll ich nun plötzlich mein VoiceMail konfigurieren. Wie VoiceMail? Hat T-Mobile wieder ein neues Mailbox-System eingeführt und ich muss wieder alles neu einstellen? Nun gut, es ist schon spät. Ich leg mich erst mal schlafen.

Am nächsten Morgen, also am 16. Juli, werde ich von zwei neuen Mailbox-SMSen geweckt. Ich kämpfe mich durch die VoiceMail-Konfiguration, um die Anrufe abhören zu können: In der Tat waren drei Nachrichten gespeichert - aber die Anrufliste des Handys hatte keinen davon verzeichnet. Irritiert rufe ich die Hotline wieder an, denn inzwischen konnten irgendwelche Synapsen in meinem Kopf eine Verbindung zwischen “VoiceMail” und “iPhone” herstellen …

Der freundliche Herr von der Hotline ist dieses Mal eine freundliche Dame. “Ja”, so erklärt sie, “Ihr Tarif wurde bereits auf Complete M umgestellt.” Aha. “Nein, die Auskunft des 11.-Juli-Beraters war nicht korrekt, dass dies erst nach der Aktivierung geschehe.” Soso. “Ja, eine Vorbestellung war für Geschäftskunden nicht möglich, weil wir glaubten, genügend Geräte zur Verfügung zu haben.” Grandios. Und wann kommt denn nun mein iPhone, dessen Tarif ich bereits habe - und wohl auch bezahle? “Nein, diese Woche klappt das nicht mehr. Wir warten noch auf die Lieferung von Apple.” Toll. “Ja, nächste Woche sollte es klappen.”

Da möchte Apple mit dem neuen iPhone vor allem bei Geschäftskunden punkten und der Chaosverein T-Mobile schafft es nicht, diese zu beliefern. Vermutlich hat denen ein BWL-Frischling sündteurer McKinsey-Berater vorgeschlagen, den Vorbestellprozess für Businesskunden einzusparen, weil ja eh genügend iPhone zu erwarten seien. Bravissimo.

Warum die Anrufe direkt auf der Mailbox landen, konnte die 16.-Juli-Beraterin übrigens nicht nachvollziehen. Sie meinte, vielleicht wäre nur die Anrufzeit mit 15 Sekunden zu kurz und versprach, diese auf 30 Sekunden zu verlängern. Nun mag es ja sein, dass 15 Sekunden für mich zu kurz sind - aber mein Handy sollte doch in der Lage sein, einen Anruf innerhalb von 15 Sekunden in die Anrufliste zu schreiben. Aber darauf wusste sich die 16.-Juli-Beraterin keinen Reim zu machen.

Und die Moral von der Geschichte? Wer mich anrufen will, wird so lange nur meine Mailbox, ähm sorry: meine VoiceMail erreichen, bis ich endlich ein iPhone erhalte. Wann das sein wird, steht in den Sternen. Mein Tipp ist: Irgendwann im August. 2008.

Update:
Hach, von wegen August! Nachdem ich schon schlimmste Befürchtungen hatte wegen der Meldungen, das iPhone sei erst im Herbst wieder lieferbar, klingelte heute (22. Juli) um halb neun im Büro der Postbote und übergab mir ein kleine schnuckeliges Päckchen. Mein iPhone ist da! Aber ein Chaotenverein bleibt T-Mobile trotzdem.

Öko-Guerilla-Bloggerin vs. Tchibo - und die Rolle von Spreadshirt

June 19th, 2008

Was passiert, wenn eine Bloggerin bei Tchibo ein individuell angefertigtes T-Shirt bestellt mit der Aufschrift “Dieses T-Shirt hat ein Kind für Tchibo genäht”? Tchibo liefert brav und wundert sich hinterher über schlechte Publicity. Dieser Clou ist Kirsten Brodde gelungen, die sich für faire Arbeitsbedingungen in den Betrieben der großen Bekleidungshersteller einsetzt. Sogar SPON berichtet darüber.

Was allerdings zumindest im Spiegel-Bericht untergeht, ist die Rolle von Spreadshirt. Denn Tchibo kooperiert mit Spreadshirt, und letztere sind komplett für die Herstellung der Tchibo-T-Shirts verantwortlich. Und von einem hippen, coolen, webzweinulligen Betrieb hatte ich durchaus erwartet, dass sie sich zumindest etwas für die Produktionsbedingungen in den Fabriken ihrer Partner in Bangladesh und Co. interessieren. Was aber die Pressesprecherin Eike Sievert dazu zu erzählen weiß, ist schon fast Realsatire:

Woher kommen die Shirts von Spreadshirt, Frau Sievert? Von vielen hundert Zulieferern aus aller Welt, erklärt sie. Was wisse man über deren Produktionsbedingungen? Man ließe sich schriftlich zusichern, dass es keine Kinderarbeit gäbe. Glaube man das einfach? Wir können doch keine Leute nach Asien schicken, um Kontrollen zu machen, sagt Frau Sievert.

Quelle: kirstenbrodde.de

Derartige Ignoranz würde man erwarten von Konzernen wie eben Tchibo, aber nicht von einem Betrieb, der auf der Web2.0-Welle mitschwimmt und viel von Offenheit redet: Da gab es das “Open Logo Project” und auf der Website kann der geneigte Betrachter mittels Videos einen Blick in die Leipziger Büros tun. Und richtiggehend lächerlich wird das ganze, sieht man sich im Spreadshirt-Blog um. Da gab’s erst diese Woche einen Beitrag mit dem schönen Titel Menschenrechte auf Baumwolle?. Tolle Selbstbeweihräucherung - aber keine Ahnung haben von den Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken, in denen diese T-Shirts produziert werden.

Using Boost C++ libraries with gcc / g++ under Windows

May 9th, 2008

A lot of the power of C++ comes from the STL, the C++ Standard Library. And even more power is available using the Boost libraries, which are about to become part of the upcoming new STL version. Thus, using Boost libraries in your project is not even very convenient, it will also guarantee compatibility between platforms and future STL releases. (To all you C++ gurus out there: I hope this short introduction is not too misleading.)

While the Boost libraries are easy to install on Unix machines and the Boost websites offers binaries for Visual C++ 2005, it is more complicated to use Boost on Windows with the GNU Compiler Collection (aka gcc). In fact, it took me several hours to figure out how to use Boost with my favourite IDE, Netbeans. Netbeans? The Java IDE from Sun? Yes, I prefer Netbeans over Eclipse, because Netbeans is easier to use, but it is still a full-featured IDE and it even has a great C/C++-Plugin.

After doing some experiments with MingW, I decided that Cygwin would be a better choice. (Maybe I was just to stupid to get things working with MingW.) Here’s what you have to do to get Boost, cygwin with gcc/g++ and Netbeans working under Windows.

  1. Install Cygwin. Make sure that you also install gcc, g++, boost, make and gdb - you should find all of them within the Devel section of the Cywin installer.
  2. Put your Cygwin home and Cygwin bin directory in your PATH variable. In my case I had to add C:\cygwin\home;C:\cygwin\bin; to my PATH variable. (Some help for changing the PATH variable.)
  3. Now open a windows command prompt and execute the following statements: ‘gcc –version’, ‘g++ –version’, ‘make –version’ and ‘gdb –version’. You should get something like this:
    C:\Dokumente und Einstellungen\sf>gcc --version
    gcc (GCC) 3.4.4 (cygming special, gdc 0.12, using dmd 0.125)
    Copyright (C) 2004 Free Software Foundation, Inc.
    This is free software; see the source for copying conditions. There is NO
    warranty; not even for MERCHANTABILITY or FITNESS FOR A PARTICULAR PURPOSE.
  4. Now install Netbeans. After installation, open Tools - Plugins. Under “Available Plugins” you should see “C/C++”. Install this plugin and restart Netbeans.
  5. Now open, again in Netbeans, Tools - Options - C/C++. In the section “Build Tools” click “Add ..” and choose your Cygwin bin directory (C:\cygwin\bin) as your base directory and click “Okay”. Netbeans now finds all your compiler and make tools from the Cygwin installation.
  6. In the section “Code Assistance” you have to choose the sub-section “C++ Compiler”. Add the include directory for your Boost libraries: In my installation this is C:\cygwin\usr\include\boost-1_33_1. Click “Okay”.
  7. Create a new Netbeans C++ project and write some code. Right click your project and choose “Set Configuration - Manage Configurations …”. In the “C++ Compiler” section, include the path to your Boost libraries int the “Include Directories” folder. My path is C:\cygwin\usr\include\boost-1_33_1.
  8. In the “Linker” section put your Cygwin bin directory (C:\cygwin\bin) in the “Additional Library Directories” field. Then edit the “Libraries” field below: Click “Add Library File …”, change file type to “.dll” and choose the libraries you need for your project. For my small regex example, I need cyboost_programm_options-gcc-mt-1_33_1 and cyboost_regex-gcc-mt-1_33_1.
  9. While editing your C++ file, hit F6 and Netbeans will compile, link and start your programm. You’re finally done.

This is my example code:

#include <iostream>
#include <string>
#include <boost/regex.hpp>
using namespace std;
using namespace boost;
int main() {
    string s = "This is my simple sample text, really.";
    regex re(",|:|-|\s+");
    sregex_token_iterator my_iter(s.begin( ), s.end( ), re, -1);
    sregex_token_iterator my_end;
    while (my_iter != my_end)
        cout << *my_iter++ << 'n';
    return (EXIT_SUCCESS);
}

You can also build this little program on the command line. Open your Cygwin Bash Shell and navigate to your code directory. (Cygwin maps your windows drives under /cygdrive - thus cd /cygdrive/c/ navigates you to your windows C:\ drive.)
To compile your source file called regexp.cpp, just type:
g++ -c -I/usr/include/boost-1_33_1/ -o regexp.o regexp.cpp
And to link and build it:
g++ -o regexp.exe regexp.o -lboost_program_options-gcc-mt-s -lboost_regex-gcc-mt-s
That’s all. Now type ./regexp.exe to start your compiled program.

Das Kreuz mit dem Logging

April 12th, 2008

Es gibt manchmal Artikel in anderen Blogs, die führen zu einem Aha-Erlebnis. Ein aktueller Fall ist der Beitrag The Logs That Bind … in dem vorzüglichen und relativ neuen O’Reilly-Blog Beautiful Code. Michael Feathers erzählt dort von einer interessanten Szene als er versuchte, einem Entwicklerteam beim Überarbeiten eines Programm zu helfen, das etliche sehr lange Methoden enthielt. “Das Allheilmittel dafür liegt üblicherweise auf der Hand: Refactoring”, erzählt Feathers - doch hier wurde er von den Entwicklern gestoppt. Denn in den Methoden waren zahlreiche Logging-Aufrufe enthalten, die jeweils den Namen der aktuellen Methode enthielten. Nachdem sie verschiedene Möglichkeiten durchdiskutiert hatten, wendeten sie sich einem anderen Codeabschnitt zu.

“Das erinnerte mich, wie sehr ich logging hasse”, war das Fazit von Feathers - und für mich der Augenöffner. Denn sofort fielen mit mehrere Projekte ein, die ich mit ziemlich sauberen Code begonnen hatte, die aber am Ende fürchterlich unstrukturiert waren, weil ich irgendwann Logging einbauen musste. Und, im Rückblick wird mir das erst richtig deutlich, mit dem Logging begann jeweils das Chaos, denn Logging bedeutet, Programmbestandteile zu koppeln, die an sich wenig miteinander zu tun haben (sollten).

Wenn Logging durch den Code wuchert, wird das Programm schwieriger zu verstehen und man ist zurückhaltend, Änderungen vorzunehmen. (…) Wenn du loggst, musst du die Abhängigkeiten, die damit eingeführt werden, beherrschen; wenn nicht, werden sie dich beherrschen.

Liest man den Beitrag zwischen den Zeilen, so lautet der unausgesprochene Rat von Feathers, möglichst auf Logging zu verzichten. Doch gerade Anwendungen, die viel mit dem Web bzw. mit diversen Webseiten kommunizieren, kommen ohne Logging nicht aus. Ein Webcrawler braucht das Logging als quasi integralen Bestandteil: Milliarden von Seiten auf Millionen von Webservern, die alle ihre eigene Konfiguration haben. Mit Unit-Tests ist dieser Vielfalt nicht Herr zu werden, also bleibt nichts anderes übrig als ein de facto nicht ausreichend getestetes Programm in die freie Wildbahn zu entlassen. Ohne Logging ist das fahrlässig.

Different strtotime() behaviour in PHP 4 and PHP 5

March 31st, 2008

I just wasted about an hour of my working time looking for an error in my code. I tried to use the built-in strtotime() function to convert a date string from a log file to the appropriate timestamp:

The date string looks like this: 1/Jan/2007:08:03:50 +0100
Using phpa, the command line PHP tool, I got what I expected:
PHP 5.2.0 (cli) (???) [Darwin]
>>> print strtotime("1/Jan/2007:08:03:50 +0100");
1167635030

But in my PHP script, the very same command returns -1. After a lot of experiments, I found the problem. While my phpa tool uses PHP5, the script is invoked via php - which defaults to PHP 4.4.7. Obviously, the date format used in log files was added to strtotime() in PHP5:
macbook:~ sf$ php -r 'print phpversion()."\n"; print strtotime("01/Jan/2007:08:03:50 +0100")."\n";'
4.4.7
-1
macbook:~ sf$ php5 -r 'print phpversion()."\n"; print strtotime("01/Jan/2007:08:03:50 +0100")."\n";'
5.2.0
1167635030

So, be sure to check what PHP version you’re running, if you get into trouble with strtotime().

Die alte Mär vom erfolgreichen Frühaufsteher

March 28th, 2008

Eigentlich dachte ich, es hätte sich langsam rumgesprochen, dass es nicht die eine Methode gibt, die allen Menschen gleichermaßen hilft, ihre Ziele zu erreichen. Ein gutes Beispiel für die Berücksichtigung der unvermeidlichen Tatsache, dass Menschen unterschiedlich sind, ist das Buch über die “Kreativen Chaoten”, das ich hier kürzlich besprochen habe. Doch nun stolpere ich über einen Artikel, der die alte Mär vom erfolgreichen Frühaufsteher weiterspinnt ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass Menschen unterschiedlich sind.

Hier sind einige der alten Kamellen, die im Artikel wiedergekaut werden:

Wer unterbrechungsfrei arbeiten und produktiv sein will, sollte von Führungskräften lernen und früh aufstehen.

Ich habe keine Ahnung, ob wirklich (fast) alle Führungskräfte, wie im Artikel behauptet, früh aufstehen. Das ist mir aber auch herzlich egal. Denn der Autor hat hier den klassischen Logikfehler begangen: Weil viele Führungskräfte Frühaufsteher sind, so die Schlussfolgerung, muss es wohl am frühen Aufstehen liegen, dass sie Führungskräfte geworden sind. Offenbar wird kein Gedanke daran verschwendet, dass das ganze genau umgekehrt sein könnte: Weil von Führungskräften erwartet wird, früh aufzustehen, tun diejenigen, die eine derartige Karriere anstreben das dann auch.
Es wäre mal sehr spannend, zu untersuchen, welcher Schaden in Unternehmen entsteht, weil Führungskräfte nicht entsprechend ihres eigenen Biorhythmus arbeiten, sondern so, wie sie glauben, dass es opportun ist.

Ein frischer Morgen hat etwas ungemein belebendes und inspirierendes. Viele Frühaufsteher nutzen ihn, weil er es ihnen ermöglicht in voller Konzentration und unterbrechungsfrei zu arbeiten.

Klasse, wer gerne früh aufsteht, für den ist ein früher Morgen sicherlich etwas wunderschönes. Ich finde hingegen, die Nacht hat etwas äußerst anregendes. Ich kann nachts wunderbar arbeiten. Nie bin ich so konzentriert und unterbrochen werde ich auch durch nichts und niemanden.

Überlegt mal, wenn ihr kennt, den ihr für besonders produktiv haltet. Ich wette, wenn ihr nachfragt, werdet ihr herausfinden, dass die Person ziemlich früh aufsteht.

Tja, wenn ich den Test mache, stelle ich fest, dass genau die Leute, die ich für wenig produktiv halte, häufig früh aufstehen. Aber das ist genau so zufällig, wie ein umgekehrtes Ergebnis.

Auch der größte Langschläfer und Morgenmuffel schafft es dann mit dem ersten Weckerklingeln (oder sogar noch davor) aus dem Bett zu springen und die Fahrt in den Urlaub anzugehen.

An dieser Stelle verlassen wir die sachliche Argumentation komplett und halten den Nachtmenschen das alte Vorurteil vor, dass sie im Grunde ihres Herzen einfach nur faul sind. Abgesehen davon, dass ich auch zum Urlaub fahren nicht gerne aufstehe, frage ich mich, woher der Autor diese Gewissheit nimmt und solche Verallgemeinerungen anstellt?

Sicherlich ist es für jeden, der anstrebt, ein erfolgreicher Manager in einem großen Unternehmen zu werden, empfehlenswert, sich im-Früh-aufstehen zu üben. Denn das wird in den meisten Fällen von ihm verlangt werden. Dass aber Frühaufsteher per se produktiver sind, ist ein Märchen. Ich könnte jetzt anfangen und berühmte Wissenschaftler aufzählen, die allesamt notorische Nachtmenschen waren - Albert Einstein und Wolfgang Pauli etwa. Aber das wäre genau so exemplarisch und damit ohne Aussagekraft wie die Behauptung, als Frühaufsteher wird man erfolgreicher weil viele Erfolgreiche Frühaufsteher sind.

Abschließend muss ich natürlich noch auf diesen aktuellen Spiegel-Artikel verweisen: Chronobiologie - Trost für Eulen und Lerchen

Molekularbiologisch scheint damit endlich bewiesen, dass Lerchen und Eulen nicht anders können, selbst wenn sie wollten: “Der Unterschied steckt in den Genen, die Chronotypen sind angeboren”, konstatiert Kramer. “Ein Spättyp kann seine innere Uhr weder durch Lichttherapie noch durch die Gabe von Melatonin so umpolen, dass aus ihm plötzlich ein Morgenmensch wird.”

Dynamic Languages World 2008 ohne Perl - eine zu kleine Welt

March 21st, 2008

Im Mai findet zum zweiten Mal die Webinale statt, eine Konferenz, die versucht die Lücke zwischen Business- und technischen Webthemen zu schließen. Ich war bereits letztes Jahr als Speaker in Ludwigshafen dabei und bin auch dieses Mal wieder aktiv vertreten, nun in Karlsruhe.

Und ebenfalls wie bereits letztes Jahr, finden parallel zur Hauptkonferenz Webinale, wiederum einige parallele Konferenzen statt. Eine dieser parallelen Veranstaltungen ist neu und heißt Dynamic Languages World (DLW) Europe 2008. Als alter Fan von dynamischen Sprachen war ich gleich begeistert, hier die eine oder andere Session mitnehmen zu können. Doch leider musste ich beim Blick aufs Programm feststellen, dass Perl nicht vertreten ist. Das halte ich für eine gewaltige Lücke im Konferenzprogramm! Denn Perl ist nicht irgendeine Sprache, sondern immer noch eine der meist genutzten dynamischen Sprachen überhaupt. Sicherlich häufiger im Einsatz als Groovy und wohl auch Python.

Ich verstehe ja, dass Smalltalk in diesem Umfeld nicht vorkommt. Zu sehr ist dessen Sprachkonzept von den üblichen Verdächtigen wie PHP und JavaScript entfernt - auch wenn mit Seaside ein äußerst interessantes Web-Framework besteht. Aber auf Perl zu verzichten, die Sprache, die Amazon, Heise oder die IMDb zugrunde liegt, das verstehe ich nicht wirklich.

Der private Olympia-Boykott

March 19th, 2008

Ich hatte selbst schon drüber nachgedacht, nun hat es mir jemand vorgemacht: Frank Hamm ruft auf seinem Blog zum persönlichen Olympia-Boykott auf.

Ich boykottiere die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Ich werde weder mir Berichte im Vorfeld zu den Vorbereitungen der Olympischen Spiele ansehen oder anhören (außer es ist ein kritisierender Bericht), noch werde ich Berichte von den Olympischen Spielen 2008 in Peking ansehen oder anhören.

Olympia-Boykott Peking 2008

Ich muss gestehen, ich bin mir nicht sicher, ob ich den Boykott vollständig durchhalten werde. Aber meine Beobachtung wird sich sehr in Grenzen halten. Und ich werde versuchen, die Sponsoren zu meiden. Wobei ich ein Problem habe: Lenovo baut leider in Form der ThinkPads die mit Abstand besten Notebooks. Hier werde ich meinen Boykott nicht durchhalten können. Es ist halt wie so oft: Es gibt kein wahres Leben im falschen.

Selbstmanagement - Erfahrungen eine Chaoten und die Hilfestellung eines neuen Buchs

March 18th, 2008

Eine Frau, die mich nicht kennt, hat ein Buch über mich geschrieben. Ich hab das kürzlich in der Auslage eines Zeitschriftenkiosks am Münchner Flughafen entdeckt und mit der Handykamera fotografiert, damit ich mir den Titel nicht merken muss. Ich wollte mir das Buch nicht gleich mitnehmen, sondern erst ein paar Meinungen dazu im Web nachlesen. Einige Tage später also hab ich in Amazon nach dem genauen Titel gesucht, denn das Foto auf der Handykamera hatte ich bereits wieder vergessen. Aber mein Gedächtnis funktioniert gut, ich wusste sogar den Namen der Autorin noch. Die Bewertungen bei Amazon überzeugten mich und auch die Begleitwebsite wirkte interessant, also besorgte ich mir bei Amazon die ISBN-Nummer und bestellte das Buch bei meinem örtlichen Buchhändler, dessen Telefonnummer ich mir über Yahoo besorgte, da Google zu jener Zeit nicht erreichbar war.

Sie meinen, das klingt alles etwas chaotisch? Ja, die Autorin, die dieses Buch über mich geschrieben hat, ist der gleichen Ansicht. Das Buch trägt den schönen Titel “Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?” und den viel schöneren Untertitel “Zeitmanagement für kreative Chaoten”. Natürlich wird mein Name in dem Buch kein einziges Mal erwähnt, zumindest nicht auf den ersten gut hundert Seiten, die ich inzwischen durchgearbeitet habe. Aber ich habe inzwischen mehr als fünf Absätze entdeckt, in dem die Autorin Cordula Nussbaum genau mich beschrieben hat; da gibt es keinerlei Zweifel, niemand anders kann dort Vorbild gestanden haben! Auf der bereits angesprochenen Website zum Buch www.kreative-chaoten.com findet sich ein Test, der aufdecken soll, ob man selbst eher ein “kreativer Chaot” oder ein “logischer Ordner” ist. Ich finde solche Tests für gewöhnlich amüsant, aber kaum einmal wirklich erhellend. Doch das Ergebnis des Tests, der sich auch im Buch wiederfindet, war ein Volltreffer: In vielen Teilen der Beschreibung entdeckte ich mich selbst.

Eigentlich kommt das Buch mindestens ein Jahr zu spät für mich. Denn ich habe bereits vor einem Jahr beschlossen, mein chronisch schlechtes Gewissen über meine recht chaotische Selbstorganisation sein zu lassen und mich jeweils so zu organisieren, wie ich das seit eineinhalb Jahrzehnten recht erfolgreich gemacht habe: Mit Schmierzetteln für anstehende Aufgaben, kleinen Kladden für Notizen von kleinen Einfällen und großen Geistesblitzen, mit Post-It-Zetteln auf dem Schreibtisch und mit diversen To-Do-Listen im Computer. Oder auch mit kleinen Kladden für die Aufgaben, Schmierzetteln für die Geistesblitze und Mind-Maps im Computer für Konzepte. Je nachdem, wie ich gerade aufgelegt bin. Und damit ich die Vielzahl an Zetteln nicht verliere, habe ich mir im Laufe der Jahre die diversesten Ringbücher, Kladden und Time-Planer zugelegt, die es in den gut sortierten Schreibwarenläden so gibt. So besitze ich derzeit von Filofax sowohl einen großen Planer im DIN A5-Format als auch einen kleinen in “Pocket”-Größe, was wohl ungefähr DIN A7 entsprechen dürfte. Von Time/system habe ich einen ähnlich kleinen, aber etwas länglicheren Planer im schicken Lederetui, der den Vorteil hat, dass er zusätzlich einen meiner vielen Moleskines aufnehmen kann. Von Eastpak, dem Hersteller der stabilen Rucksäcke, habe ich einen Organizer im Format A6, der farblich und vom Material her wunderbar mit meinem neuen Computerrucksack vom selben Hersteller harmoniert. Und je nach Lust und Laune wechsle ich zwischen diesen jeweils auf ihre eigene Art sehr schönen Hilfsmittel.

Ich muss zugeben, bis vor kurzem habe ich mir nicht eingestanden, dass ich nach Lust und Laune wechsle, sondern hab mir eingeredet, dass wechselnde Anforderungen jeweils wechselnde Hilfsmittel erfordern würden. Und wechselnde Anforderungen hatte ich die letzten Jahre zur Genüge. Erst Cordula Nussbaums Buch machte mir klar, dass das eine Ausrede war und ich als Chaot einfach immer wieder mal was Neues ausprobieren muss. “Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?” wird also meine Arbeitsweise nur wenig verändern, aber es macht mir Dinge, die ich bisher getan habe, deutlicher und erklärt, warum ich das so mache und warum das auch gut so ist.

Der große Unterschied zu anderen Zeitmanagement-Büchern oder -Ansätzen ist, dass die Autorin von der eigentlich offensichtlichen Annahme ausgeht, dass Menschen verschieden sind. Was immer ich sonst über Zeit- oder Selbstmanagement gelesen habe, habe ich nach wenigen Seiten wieder angewidert weggelegt. Denn früher oder später kamen in den klassischen Machwerken Vorschläge, die ich im Lauf der Jahre intensiv ausprobiert hatte und bei mir nie funktionierten: “Planen Sie für jede Aufgabe die benötigte Zeit fest in Ihren Tagesablauf ein”, heißt etwa ein fundamentaler Tipp. Toll! Mein Tagesablauf besteht aus “ich stehe irgendwann am frühen Vormittag auf”, “ich werde mittags rum etwas essen” und “ich gehe irgendwann nach 23 Uhr ins Bett” - alles andere ergibt sich aus der Großwetterlage. Wie soll ich da einplanen, dass ich von 13:30 Uhr bis 13:50 Uhr ein Konzept für meinen Vortrag auf der nächsten Konferenz erstellen werde? Was tue ich, wenn da mein Biorhythmus gerade einen auf müde macht?

Auch die so häufig gepriesene Getting Things Done-Ideologie (GTD) funktioniert nicht für mich. Laut GTD soll ich alles aufschreiben was irgendwie wichtig sein könnte. Okay, das mache ich eigentlich immer, ich hab ja meine Schmierzettel, Post-Its, Kladden und Zeitplaner und irgendetwas davon ist immer griffbereit. Kein Problem soweit. Aber die Unterteilung all der zu notierenden Dinge in “Kontextlisten” und “andere Listen” und “Aufgaben” und “Projekte” und “Nächste Schritte” - bis ich das alles gemacht habe, ist ja die Woche längst rum. Immerhin hat die GTD-Bewegung eine sehr schöne und zumindest derzeit noch kostenlose To-Do-Listen-Software hervorgebracht: Tudumo. Damit verwalte ich zur Zeit meine Aufgaben, aber ich glaube, das wird nicht mehr lange gut gehen, denn die Listen werden bereits zu lange - ein untrügliches Zeichen, dass es Zeit wird, auf ein anderes System zu wechseln.

Wenn Sie immer noch zweifeln sollten, ob Sie das erwähnte Buch wirklich benötigen, gebe ich Ihnen noch eine Hilfestellung. In der Einleitung zu Kapitel 2 ist ein Zitat von Albert Einstein, das ich gerne als Desktop-Hintergrund nutzen würde, wenn vom Desktop-Hintergrund auf meinem Rechner (eigentlich sind es mehrere Rechner, ich wechsel da gerne mal zwischen Windows- und Mac-Notebooks) vor lauter abgelegten Files noch etwas zu sehen wäre:

Wenn ein unordentlicher Schreibtisch auf einen unordentlichen Geist hinweist, worauf deutet dann ein leerer Schreibtisch hin?

Natürlich wird auch dieses Einstein-Zitat von den Ordnungsfanatikern angefeindet, etwa in diesem typischen Artikel auf Gulp: “Land unter” auf Ihrem Schreibtisch? Mit der Ignoranz der meisten einschlägigen Autoren werden dort Tipps gegeben, die einem Ordnungsfanatiker ähm einem “logischen Ordner” entsprechen. Doch hat der typische “logische Ordner” in den meisten Fällen einen aufgeräumten Schreibtisch, sonst wäre er ja kein “Ordner”. Wie aber sollen die Tipps eines “logischen Ordners” einem “Chaoten” helfen? Da müsste sich der “Chaot” ja komplett zum “Ordner” wandeln - daran, Menschen komplett zu ändern, sind schon ganz andere Ideologien gescheitert. Natürlich werden die üblichen Vorurteile durch “repräsentative Umfragen” untermauert: So seien “Volltischler weniger erfolgreich”. Dass die Umfrage von einem Informationsdienst in Auftrag gegeben wurde, der davon lebt, die klassischen “Ordner”-Tipps abzugeben, sollte nicht unerwähnt bleiben.

Den Schreibtisch zu entrümpeln, ist nur ein allererster Schritt, der aber nur Symptome bekämpfe, heißt es im Gulp-Artikel. Und weiter: “Wenn Sie nicht Ihr Denken und Verhalten ändern, ist der Schreibtisch im Nu wieder voll.” Mal langsam: Mir wird eingeredet, dass ein leerer Schreibtisch besser bei meinen Mitmenschen ankommt. Schön. Damit ich aber langfristig einen solch schönen leeren Schreibtisch habe, soll ich mein Denken verändern? Was für ein Wahnsinn! Immerhin setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass ein oberflächliches Chaos für bestimmte Typen das normalste der Welt ist - und dass viele erfolgreiche Menschen in den Augen der “logischen Ordner” absolute Chaoten sind.

Zwei weitere Lesetipps dazu:
Chaostage im Büro
Ein bisschen Chaos macht kreativ