Stefan Fischerländer’s Blog One Blog Is Not Enough

Erfahrungen mit Safari 3 für Mac OS X

Eben habe ich die neueste Beta von Apples Safari Browser mit der Version 3.0.2 installiert, wobei die erste 3.0er Safari Betaversion bereits seit etwa einer Woche hier läuft. Also Zeit, um einmal kurz ein erstes Fazit für Safari 3.0 zu ziehen.

Mit Safari und Camino gibt es ja für Apples Mac OS X zwei relativ weit verbreitete und auf der Plattform gut integrierte Browser, die für Windows oder Linux nicht zu haben sind. Insgesamt stehen also auf OS X mit Firefox, Opera, Camino und Safari vier etablierte Browser zur Verfügung; damit ist die Auswahl für Apple sogar größer als sie es lange Zeit für Windows war.

Von meinen Windows-Zeiten war ich es denn auch gewohnt wegen seiner vielen meist nützlichen, manchmal auch nur spielerischen Erweiterungen Firefox zu benutzen. Und auch wenn Firefox auf dem Mac wie ein Fremdkörper wirkt, so nutzte ich den Netscape-Abkömmling als primären Browser. Seit dem Erscheinen von Safari 3 ist das nun anders. Zwar halten sich die Aufsehen erregenden Features im Rahmen, doch die vielen im wahrsten Sinne des Wortes oberflächlichen Änderungen haben das Handling von Safari so verbessert, dass Safari nun mein Standardbrowser ist.

Besonders wesentlich für meinen Wechsel zu Safari 3 ist die extrem hohe Performance beim Seitenaufbau. Das geht so flott, dass ich viele im Firefox benutzte Hilfen für den schnellen Zugriff auf Seiten keineswegs vermisse. Rein gefühlt ist ein APPLE-T (öffnet neuen Tab), dict[Enter] (lädt dict.leo.org aus der History) und ein abschließendes ÜBERSETZUNGSWORT[ENTER] genau so schnell abgearbeitet wie auf dem Firefox APPLE-T aufzurufen und dann in der URL-Zeile dict ÜBERSETZUNGSWORT[ENTER] einzugeben. (Letzteres funktioniert, wenn man in den Bookmarks ein Lesezeichen für dict.leo.org mit dem Kürzel “dict” anlegt.)

Die Performance hätte ja auch schon für Safari 2 gesprochen, allerdings war in jener Version der Umgang mit den Tabs noch äußerst rudimentär unterstützt. Seit Version 3 kann Safari auch Tabs verschieben, ein Tab mit einem Klick in neues Fenster auslagern oder mehrere geöffnete Fenster zu einem verschmelzen. Zudem merkt sich Safari 3 auch die zuletzt geöffneten Fenster, so dass man mittels History - Reopen All Windows From Last Session auf die letzte Tab-Session zugreifen kann.

Ein Wort noch zu Safari für Windows: Ganz offensichtlich ist die aktuelle Safari Windows Betaversion noch nicht ganz fehlerfrei (ähem), und wirft somit ein schlechtes Licht auf Apple. Apple wird vorgehalten, dass Safari für Windows lediglich Alphastatus habe. Tja, dumm, nirgendwo ist definiert, was Alpha und Beta bei Software unterscheidet und in Zeiten, in denen selbst die Website eines Marktführers oft noch das Beta-Logo ziert, erwarten die Leute wohl, dass Beta so viel wie “nahezu fertig gestellt und problemlos zu nutzen” bedeutet.

Welches Ziel verfolgt denn nun Apple damit? In aller erster Linie, und das wurde vielfach in den Berichten übersehen, dient Safari für Windows zur Unterstützung des iPhone. Das Apple-Handy iPhone enthält die Safari-Engine und darauf sollen Webapplikationen wie lokal installierte Anwendungen laufen. Safari für Windows ist also nichts anderes als die Entwicklungsumgebung, um für das iPhone Software erstellen zu können. Und natürlich steht derzeit ein weiterer Browserkrieg an, auch wenn manche das noch nicht verstanden haben. In Zeiten des Web 2.0 laufen so manche wesentliche Weichenstellungen weitaus leiser ab als die lärmenden Schlachten von vor zehn Jahren. Trotzdem geht es wiederum um Wesentliches: Stand 1997 die Macht über die faktische Ausgestaltung der Hypertext Markup Language im Vordergrund, so geht es heute um die Schnittstelle für die Online-Anwendungen. Ein Anbieter, der hier keine Lösung für Windows bieten kann, hat schon von vornherein verloren. Deshalb war ein WinSafari für Apple so wichtig, und deshalb wurde jetzt diese Version zugänglich gemacht, auch wenn sie noch meilenweit vom Qualitätsanspruchs Apples entfernt war.

Aber das nur am Rande. Für mich ist wichtig, einen schnellen Browser zu haben, der für den alltäglichen Einsatz bestens geeignet ist. Safari 3 erfüllt auf dem Mac diese Anforderung mit Bravour – und damit bin ich offenbar nicht alleine.

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