Microsoft ist tot - sagt Paul Graham
In einem interessanten Beitrag stellt Paul Graham fest, dass Microsoft tot sei. Nein, natürlich nicht tot im endgültigen Sinne dieses Wortes; Microsoft stelle lediglich keine Gefahr mehr dar für andere IT-Unternehmen. Graham wurde bekannt für sein Unternehmen Viaweb, das es ermöglichte, Online-Shops über eine Weboberfläche zu erstellen und zu verwalten. Er verkaufte Viaweb 1998 an Yahoo und betätigt sich seither als Venture Capitalist und Lisp-Verfechter; denn Viaweb war komplett in Lisp geschrieben.
Aber zurück zu Microsoft. Natürlich verdient, sagt Graham, Microsoft weiterhin viel Geld, aber niemand fürchtet sich mehr vor Microsoft. Genau so wie auch IBM viel Geld verdient, aber keiner mehr Angst hat vor Big Blue. Interessant ist auch, wie Graham bemerkte, dass Microsoft tot ist: Er sprach mit einem ziemlich jungen Unternehmensgründer über die Furcht, die Yahoo in den Neunzigern vor Microsoft hatte - und der sah ihn lediglich verständnislos an. Angst vor Microsoft zu haben, war dem jungen Mann fremd.
Zu den Totengräbern zählt Graham Google, das ist wenig verwunderlich; dann AJAX und schnelle Internetzugänge, denn mit diesen Technologien werden typische Desktop-Anwendungen übers Web - wie etwa GMail - erst möglich. Und schließlich führt er Apple auf. Das hingegen überrascht, zumindest auf den ersten Blick.
Nearly all the people we fund at Y Combinator use Apple laptops. It was the same in the audience at startup school. All the computer people use Macs or Linux now.
Diese Beobachtung lässt sich in der Tat teilen. Man muss lediglich einen aktuellen Computerkongress besuchen und wird über die Vielzahl an Apple Laptops staunen. Doch auch in eher businessgeprägten Runden tauchen zunehmend Apple-Rechner auf. In meinen beiden letzten Meetings, in denen Vertreter verschiedener Unternehmen zugegen waren, saß ich mit meinem MacBook nicht alleine. Und das waren keine Hacker-Runden, sondern klassische Business-Meetings.
Und genau dies ist es, weshalb ich Paul Graham zustimmen muss: Das Betriebssystem auf dem Desktop spielt keine Rolle mehr; vor zwei Jahren noch wurde ich mit meinem iBook oft genug verwunderlich angesehen. Heute finden sich neben Windows-Rechnern genau so selbstverständlich Mac-Laptops oder Linux-Notebooks.
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