Stefan Fischerländer’s Blog One Blog Is Not Enough

Der Second Life-Wahnsinn

Manchmal kann ich nicht widerstehen und muss mir dann doch die Sachen ansehen, von denen so viel die Rede ist im Netz und in den Publikationen, die darüber schreiben. Bei Second Life habe ich lange, sehr lange widerstanden – doch vor zwei Wochen war mein Wille gebrochen und ich hab mir das Programm auf die Platte gezogen.

Mein Avatar war schnell zusammengeklickt und los ging’s ins zweite Leben. Doch die Ernüchterung kam schnell. Mit erstaunlich ungelenken Bewegungen bewegt sich mein Alter Ego durch erstaunlich leere Gegenden. Ich begegnete anderen Gestalten, manche wollten auch Kontakt aufnehmen – doch was soll ich mit einer Pixelhülle, über die ich nicht mehr weiß, als dass sie auch hier rumturnt, sinnvolles kommunizieren?

Nach nicht mal fünf Minuten war meine Neugier verschwunden und der Second Life-Client von der Platte getilgt. Vielleicht bin ich ja doch schon zu alt für dieses Zeugs, obwohl ich früher – soll heißen: ziemlich früher – durchaus gerne klassische Computer-Rollenspiele gespielt habe. Mit Ultima III etwa hab ich manche Nacht verbracht; aber das wollte mir auch nicht vorgaukeln, ein zweites Leben zu sein.

Gerald sei dank, sind meine daraus resultierenden Selbstzweifel beendet. Offensichtlich bin ich nicht der einzige, der Second Life für einen vollkommen überschätzten Hype hält. Und nicht nur Geralds Beitrag ist Balsam auf meine First Life-Seele. Auch der von Gerald ausgegrabene Artikel im Handelsblatt-Blog tut richtig gut. Dessen Fazit lautet: “Letztendlich ist es ein von den Medien aufgeblasener Chatraum mit Animation.” Bingo und versenkt.

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