Stefan Fischerländer’s Blog One Blog Is Not Enough

Die Tücken der Sprache

Ich bin ja bekanntlich ein intensiver Bahnfahrer. Gerne nutze ich dabei den “gastronomischen Service” (O-Ton Bahn) in den Zügen. Jedes Mal wenn ich “ein Cola” bestelle, wird nachfragt, dass sie nur Pepsi hätten und ob das auch in Ordnung sei. Natürlich ist das in Ordnung, ich habe ja schließlich “Cola” bestellt und kein “Coke” oder “Coca Cola”! Das ist ja so als ob ein Webportal unter seinen Suchschlitz schreiben würde: “Sie können gerne unsere Websuche nutzen, aber leider wird die nur von Yahoo bestückt. Hoffentlich geht das auch in Ordnung für Sie.”

Und wo ich schon am Lästern bin. Eben schreibe ich am Blackberry eine E-Mail und möchte dabei das schöne und absolut gebräuchliche Wörtchen “sei” (Stichwort: indirekte Rede) benutzen. Aber jedesmal wenn ich “sei” tippe, schreibt mir der Blackberry “Sie” hin. Ist doch tatsächlich in der Autokorrektur als Voreinstellung für die Buchstabenfolge “sei” angegeben, diese durch “Sie” zu ersetzen! Bin jetzt nur ich so pingelig, dass ich gerne das Wörtchen “sei” benutzen würde? Oder hab ich etwa eine Grammatikreform der deutschen Sprache verpasst?

2 Responses to “Die Tücken der Sprache”

  1. Renée Bäcker says

    Naja, das mit der “Cola” finde ich schon in Ordnung. Daran kann man erkennen, wie mächtig manche Marken sind. Subjektiv würde ich jetzt schätzen, dass über 90% der Deutschen mit “Cola” eigentlich “Coca Cola” meint. Ganz allein schon deswegen, weil man in den meisten Fällen auf “Coca Cola” trifft. Der Begriff “Cola” wird nun mal von den meisten Leuten mit “Coca Cola” assoziiert.

    So wird mit einem allgemeinen Begriff ein spezieller Begriff verbunden und ist somit im Prinzip die Umkehrung der Assoziation “Spezielle Marke — allegemeiner Artikel” (z.B. “Tempo” — “Papiertaschentuch”).

    Autokorrekturen finde ich in mindestens 85% der Fälle nur hinderlich. Ich bin einigermaßen fit was 10-Finger-Schreiben angeht und da bin ich in den Fällen, in denen ich mich vertippt habe, schneller das zu korrigieren als in den Fällen in denen die Autokorrektur falsch korrigiert hat…

  2. Stefan says

    Zu “Cola” ist allerdings interressant, dass ich in England bereits des öfteren ein “Coke” bestellt habe und dann kommentarlos ein Pepsi erhielt. Dort scheint sich das mit der Marke und der Produktbezeichnung nochmals umgedreht zu haben.

    Am Blackberry ist Autokorrektur durchaus hilfreich, v.a. wenn man ansonsten stets einen langen Namen mit Umlaut zu tippen hätte …

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