Nervige Kleinigkeiten bei E-Mail-Bewerbungen
Für Neomo suchen wir seit geraumer Zeit nach neuen Mitarbeitern. Der allergrößte Teil der dazu eingehenden Bewerbungen kommt per E-Mail. Das ist gut, denn E-Mail-Bewerbungen sind für uns leichter zu organisieren und außerdem gehört sich das für ein Internet-Unternehmen so.
Allerdings fallen mir dabei immer wieder einige Kleinigkeiten auf, die unnötig Arbeit verursachen und so ziemlich nerven können. Und die Personalentscheider zu nerven, ist wohl das letzte, was man als Bewerber tun möchte. Deshalb hier die Liste der Fehler, die ein Bewerber in einer E-Mail nicht machen sollte:
- Die Bewerbungsmail wird in Cc: an zig andere Unternehmen gemailt.
Es ist ja logisch, dass Bewerber das einfache Medium E-Mail nutzen, um Massenbewerbungen abzusenden. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, so lange man es nicht so auffällig macht, wie ein Bewerber, der seine Bewerbung gleich an über zwanzig Unternehmen gemailt hat und die Mailadressen dieser Unternehmen alle im Cc-Feld der E-Mail frei sichtbar machte. - Im Betreff fehlt, auf welche Stelle die Bewerbung gelten solle.
Selbst bei kleinen Unternehmen wie dem unseren kann es passieren, dass mehr als eine Stelle gleichzeitig ausgeschrieben ist. Fehlt dann im Betreff der Bewerbungsmail, für welche Stelle die Bewerbung gelten soll, erfordert dies beim Sortieren und Zuordnen zusätzliche Arbeit. - Bewerbername und E-Mail-Adresse weichen voneinander ab.
Es ist nachvollziehbar, dass ein Bewerber seine Bewerbung nicht über die Firmen-Adresse seines aktuellen Arbeitgebers abwickeln möchte. So ist denn gegen die Benutzung einer privaten Adresse, womöglich mit einem Fantasienamen, überhaupt nichts einzuwenden. Verwirrend wird’s aber, wenn die Bewerbung eines Thomas Hanebein (Name frei erfunden) von der E-Mail-Adresse susanne.hanebein@t-online.de abgeschickt wurde. Dann braucht sich Herr Hanebein zumindest nicht zu wundern, wenn er als Frau Hanebein zur Vorstellung eingeladen wird. - In den Dateianhängen fehlt der Name des Bewerbers.
In E-Mail-Bewerbungen werden die einzelnen Dokumente wie Anschreiben oder Lebenslauf als PDF-Dateien beigefügt. Das wäre ganz wunderbar – wenn jedes einzelne Dokument auch den Namen des Bewerbers enthalten würde. Der Dateianhang unseres bereits bekannten Herrn Hanebein sollte dann etwa hanebein-anschreiben.pdf oder hanebein-cv.pdf lauten. So ist es einfacher, die Dokumente sauber auf der Festplatte abzulegen. - Die Bewerbungsunterlagen sind als Word-Dokumente beigefügt.
Es gibt im Internet einen weithin akzeptierten Standard zum Austausch von Dokumenten, die nicht weiter bearbeitet werden müssen. Dieser Standard lautet PDF. Also sollten auch alle Bewerbungsunterlagen als PDF erstellt werden. Gerade wenn man sich auf eine Stelle in einem extrem internetaffinen Unternehmen bewirbt, sollte der Bewerber zeigen, dass er die (ungeschriebenen) Regeln der Internetkommunikation kennt. - Kein Bezug zum Unternehmen
Die unglaubliche Neutralität, um’s vorsichtig zu formulieren, der allermeisten Bewerbungen erstaunt mich nach wie vor. Wer sich bei einem Suchmaschinen-Unternehmen bewirbt, sollte in seinem Anschreiben wenigstens in einem Nebensatz darstellen, welchen Bezug zu Suchmaschinen er hat. Von den ersten dreißig gesichteten Bewerbungen, ist ein einziger(!) in seinem Anschreiben auf Suchmaschinen eingegangen. Die übrigen 29 Bewerber haben dazu nichts geschrieben. Selbst ein Satz wie “Ich habe Suchmaschinen schon immer spannend gefunden.” würde einen Bewerber auf Rang zwei hochkatapultieren.
Natürlich waren in der Flut an Bewerbungen auch viele der üblichen Fehler dabei: Schreibfehler im Betreff, Bewerbungen, die mit der Stelle so gut wie nichts zu tun haben, Bewerber, die offensichtlich kein Deutsch können und – mein Lieblingsfehler – ein Anschreiben, in dem ich als “Sehr geehrter Herr Fischer” angesprochen wurde …
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