Stefan Fischerländer’s Blog One Blog Is Not Enough

Heise goes Java - Schwere Zeiten für Perl

March 1st, 2008

Beim Durchblättern der aktuellen Ausgabe der ct fiel mir eine Anzeige des Heise Verlags auf:

Für die Weiterentwicklung von heise online suchen wir ab sofort einen Java-Profi (m/w).

Heise sucht einen Java-Profi - was soll denn das? War Heise doch bis dato das Beispiel in Deutschland für den Einsatz von Perl auch in größeren Systemen.

Im Anzeigentext heißt es dann weiter:

heise online entwickelt seine datenbankbasierten Web-Anwendungen zum großen Teil selbst und bisher fast ausschließlich in der Sprache Perl. Um in Zukunft noch schneller auf die Erfordernisse des Marktes eingehen zu können sowie den Wünschen unserer User und Redaktionen gerecht zu werden, planen wir, einen zweiten Programmierzweig mit der Sprache Java aufzubauen.

Wieso braucht man Java, um schneller auf Markterfordernisse reagieren zu können? Meine Einschätzung war bisher, dass Perl weitaus besser dafür geeignet wäre. Und welche Wünsche der Nutzer lassen sich mit Java realisieren, aber nicht mit Perl?

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Heise sehr wohl auch noch Perl-Profis sucht - und zwar gleich mehrere.

Surprising MySQL behaviour using unsigned int

February 29th, 2008

Today I saw some strange behaviour in my MySQL database. A simple ABS( myval - 600 ) gave me very big numbers whenever myval was less than 600. This happens on my MacBook with MySQL 5.0.45 from the Mac version of Xampp. My Ubuntu box running 5.0.22 does not show this very surprising feature. Yes, it’s a feature, not a bug, MySQL says.

But let’s have a look at my code to reproduce this nice feature:

mysql> select * from test;
+-------+
| myval |
+-------+
|     1 |
|   156 |
|     3 |
|   674 |
|   848 |
|   123 |
+-------+
6 rows in set (0.00 sec)

mysql> select myval, abs(myval - 600) from test;
+-------+----------------------+
| myval | abs(myval - 600)     |
+-------+----------------------+
|     1 | 18446744073709551017 |
|   156 | 18446744073709551172 |
|     3 | 18446744073709551019 |
|   674 |                   74 |
|   848 |                  248 |
|   123 | 18446744073709551139 |
+-------+----------------------+
6 rows in set (0.00 sec)

Of course, there is nothing wrong with the ABS function. It’s the unsigned integer field, that causes this behaviour:

mysql> select myval, myval - 600 from test;
+-------+----------------------+
| myval | myval - 600          |
+-------+----------------------+
|     1 | 18446744073709551017 |
|   156 | 18446744073709551172 |
|     3 | 18446744073709551019 |
|   674 |                   74 |
|   848 |                  248 |
|   123 | 18446744073709551139 |
+-------+----------------------+
6 rows in set (0.00 sec)

Because myval is unsigned, a calculation that would result in a negative value causes some kind of overflow. The correct way to deal with this situation is to use the CAST function:

mysql> select myval, cast(myval as signed) - 600 from test;
+-------+-----------------------------+
| myval | cast(myval as signed) - 600 |
+-------+-----------------------------+
|     1 |                        -599 |
|   156 |                        -444 |
|     3 |                        -597 |
|   674 |                          74 |
|   848 |                         248 |
|   123 |                        -477 |
+-------+-----------------------------+
6 rows in set (0.00 sec)

I hope you’re warned now and don’t make the same mistake. Perhaps it’ll save you some time.

Mein persönlicher Asus EEE PC-Killer

February 25th, 2008

Der Asus EEE PC ist das Computerthema der letzten Wochen. Ich muss gestehen, mich hat die Idee dahinter schon immer fasziniert: Einen kleinen, aber doch nahezu vollwertigen Computer zu haben, der klein und leicht genug ist, dass ich ihn (fast) immer und überall mitnehme. Deshalb haben mich schon vor vielen Jahren der Toshiba Libretto oder das Fujitsu Biblio sehr gereizt; allerdings fand ich deren Preis im Vergleich zur Leistung nicht angemessen.

Fast noch mehr hatten mich schon länger die Thinkpads der X-Reihe begeistert: Das sind noch echtere PCs als der EEE PC. Nicht ganz so leicht (etwa 300g mehr), nicht ganz so klein und damit groß genug, um ordentlich darauf schreiben zu können. Und auch groß genug, um alle Dialogfensterchen zu sehen. Das Asus hat da so seine Probleme - und offenbar fertigen erste Webdesigner nun zusätzlich zum großen desktoptauglichen Design und zum kleinen Mobildesign auch noch EEE PC-Versionen ihrer Websites an. Aber zurück zu den kleinen Thinkpads: Die X-Irgendwasdinger hätten also nen perfekten Formfaktor, doch leider sind sie mir deutlich zu teuer. Ein Notebook, das deutlich über 2000,- Euro kostet ist IMHO nicht wirklich transportabel. Denn dazu gehört für mich, dass ich das Ding nicht behandeln muss wie ein rohes Ei - bei einem 2000 Euro-Gerät mach ich das aber quasi automatisch.

Beim Asus EEE PC ist das anders. Einen wirklich kleinen, aber trotzdem echten PC für 300,- Euro, noch dazu mit einem (fast) unzerstörbaren SSD-Laufwerk - das wollte ich auch haben. Allerdings musste ich feststellen, dass ich nicht der einzige mit dieser Idee war. Das Ding ist nicht zu bekommen, es sei denn mit einem deftigen Aufpreis bei einigen eBay-Händlern. Und gerade als ich mich durchgerungen hatte, den kleinen Linuxzwerg zu bestellen, stolperte ich bei Magic Devices in München über ein wunderbares Angebot: Ein “factory refurbished” Thinkpad X41 für 550,- Euro. Tastatur und Screen sind hervorragend, das Teil hat 1280 MB RAM, einen richtigen Prozessor mit 1.6 GHz, eine 40 GB Festplatte und einen PC Card-Slot - damit hab ich nun sogar wieder einen Verwendungszweck für meine alte UMTS-Karte. Ach ja, auf dem Zwerg läuft ein Windows XP Pro.

Thinkpad X41
Die blaue Karte im Vordergrund (mein 60er-Mitgliedsausweis) hat eine normale Scheckkartengröße - nur so zum Vergleich.

Eigentlich war das X41 als Gerät zum Surfen auf der Couch oder im Cafe gedacht - inzwischen begeistert mich das Teil derart, dass ich es auch im Büro als Hauptrechner benutze. Da kann von mir aus das Asus EEE PC noch lange nicht lieferbar sein.

Mein Praxisvergleich zwischen Apple Mac und Windows

February 18th, 2008

Seit drei Jahren etwa arbeite ich nun überwiegend auf dem Mac, erst auf einem G4 iBook, seit etwa zwölf Monaten auf dem MacBook. In den Neunzigern hatte ich auch schon hin und wieder sowohl privat als auch am Lehrstuhl Macs genutzt, war aber nie ganz umgestiegen. Mit den diversen Windowsen bin ich seit etwa 1992 am Werkeln, meist in einer Art Hassliebe verbunden, so dass ich auch mehrmals versucht habe auf Linux zu wechseln, aber das hat nie so ganz geklappt.

Meine inzwischen recht intensiven Erfahrungen auf Mac- und Windows-Systemen, möchte ich zu einem kleinen Vergleich nutzen. Natürlich ist dieser Vergleich höchst subjektiv. Ich gehe von meinen Anforderungen und Erfahrungen aus. Ein Grafikdesigner zum Beispiel wird natürlich andere Schwerpunkte setzen und andere Schwachpunkte feststellen; ebenso wird das Fazit eines Hardcore-Gamers anders ausfallen als meine Schlussfolgerung. Das nur als Vorwarnung an die Trolle jedweder Richtung.

Auch werde ich nicht auf die hinlänglich bekannten Vor- und Nachteile beider Betriebssystemfamilien eingehen, wo ich zumeist Vorteile für den Mac sehe: Ja, der Mac läuft in der Tat stabiler; mein MacBook brauche ich wochenlang nicht neuzustarten, sondern lege es einfach schlafen ohne negative Auswirkungen auf die Systemzuverlässigkeit. Die meisten Sachen funktionieren auf dem Apfelrechner so, wie sie sollen und das fällt mir erst dann wieder auf, wenn ich an einem Windowsrechner sitze, wo das nicht immer der Fall ist. Ein richtiges Unix als Unterbau zu haben, erweist sich regelmäßig als äußerst hilfreich: die Konsole habe ich ständig offen und manchmal fällt mir nur dann auf, wie hilfreich das ist, wenn ein Kollege jammert, dass er den großen MySQL-Dump nicht in seine lokale MySQL-Datenbank bekommt, weil sich sein PhpMyAdmin beschwert, die Datei sei zu groß. Über die Konsole ist sowas ruckzuck erledigt. In den meisten Fällen ist ein Mac ein perfekter Kompromiss zwischen Linux und Windows.

Editoren

Aber manchmal merkt man halt doch, dass der Mac ein Kompromiss ist. Besonders intensiv fällt mir das bei den Editoren auf. Textmate ist ein hervorragendes Stück Software, die Bedienung und viele Kleinigkeiten sind eine Wonne und ich würde ihm ganz eindeutig die Auszeichnung “Bester Editor der Welt” verleihen, gäbe es da nicht ein paar Dinge, bei denen er fürchterlich patzt. Auch Smultron ist für eine kostenlose Software wirklich sehr gut; und natürlich hab ich auch Textwrangler, BBEdit und sogar Emacs (der ist auf dem Mac genau so katastrophal wie auf allen anderen Plattformen) ausprobiert. Aber keiner kommt auch nur annähernd an Ultraedit unter Windows heran.

Große Textdateien: Öffnet man mit Textmate eine große Textdatei, fragt er nach, ob man das wirklich machen möchte. Ist man so mutig, darauf mit “Ja” zu antworten, wird man mit einem Editor belohnt, der so lahm wird wie weiland Word für Windows 2.0 auf einem 386SX mit 16 Mhz. Das richtig schlimme daran ist, dass “groß” noch nicht mal wirklich groß bedeutet: Bereits eine 20MB umfassende Logdatei führt zum geschilderten Verhalten. Lediglich die Tatsache, dass derartige Textdateien dank des Unixunterbaus gut auf der Konsole zu traktieren sind, macht dieses Verhalten erträglich. Ultraedit unter Windows hingegen kann sogar gut mit Dateien umgehen, die größer sind als der verfügbare Speicher.

Unicode-Unterstützung: Die Unterstützung von Textmate für eine abwechselnde Nutzung von Latin1- und UTF-8-Dateien ist verwirrend, gelinde formuliert. Während Ultraedit die Kodierung problemlos erkennt und die Umwandlung nur einen Klick erfordert, läuft Textmate nur dann ohne Ärger, wenn ich ihm entweder nur Latin1- oder nur UTF-8-Dateien präsentiere. Jubelt man ihm aber eine “falsche” Datei unter, passiert es regelmäßig, wenn auch nicht immer, dass er die Kodierung vermurkst.

Zusammengefasst heißt das einfach nur, dass Textmate sich schlechter auf wechselnde Anforderungen einstellen kann als Ultraedit - das aber ist für mich eine wichtige Eigenschaft eines Allzweck-Editors. (Wer umgekehrt gerne Textmate hätte, aber der Mac dazu fehlt, kann sich eventuell mit zwei aktuellen Projekten trösten, die versuchen Textmate auf Windows zu übertragen: Intype und E-TextEditor.)

Subversion Clients

Viele Jahre lang waren mir die Software-Verwaltungstools wie CVS oder Subversion suspekt. Das klang alles viel zu kompliziert um wirklich nützlich zu sein. Irgendwann aber habe ich mich doch mit Subversion beschäftigt und es ausprobiert und bin seither richtiggehend angetan davon. Einen großen Beitrag zu meiner Begeisterung leistete TortoiseSVN, ein Subversion Client, der sich in den Windows Explorer integriert und für Arbeitskopien den Zustand über eine kleines Symbol anzeigt. Das ist ungemein praktisch, funktioniert hervorragend und integriert sich gut in meinen Workflow.

Für den Mac gibt es mit SCPlugin ein ähnliches Produkt, das aber leider noch weit von der Zuverlässigkeit von TortoiseSVN entfernt ist. Änderungen an den Dateien spiegelt SCPlugin häufig gar nicht oder erst mit großer Verspätung in den Statussymbolen wider. Der Vorteil eines solchen Tools ist ja, dass ich auf einen Blick den Zustand sehe ohne lange darüber nachdenken zu müssen. SCPlugin scheiter aber genau an dieser Aufgabe und ist daher nutzlos. Zuletzt war ich dazu übergegangen, SVN auf der Kommandozeile zu steuern. Aber svn status zu tippen ist halt wenig elegant, vor allem wenn man eine wunderschöne GUI zur Verfügung hat - und genau für solche Aufgaben der Visualisierung von Zuständen ist eine grafische Oberfläche ja so ungemein nützlich.

Zudem fehlt SCPlugin ein Repository-Browser, also muss ich zusätzlich noch svnx oder RapidSVN nutzen. Und auch diese beiden Clients sind jetzt nicht so, dass ich vor Begeisterung vom Stuhl kippen würde.

GUI Toolkits

Okay, ich habe eingangs davor gewarnt, dass mein Vergleich höchst subjektiv sein wird. Das war er bis jetzt schon, nun wird’s aber richtig speziell. Ich schreibe hin und wieder kleine Tools, die eine simple grafische Nutzeroberfläche benötigen. Dafür eignen sich Toolkits wie Tk oder GTK wunderbar, aber diese erfordern auf dem Mac den Start des X11-Fenstermanagers. Die Fensterchen sehen dann entsprechend fürchterlich aus und außerdem hasse ich es, wenn dieses Anwendungsungetüm von X11 starten muss, nur um ein kleines Progrämmchen zu starten. Laut Apple benötigen zumindest Tkinter (Python), GTK+ (der native Port unter gtk-osx.sourceforge.net wurde zuletzt 2004 aktualisiert) und Perl/Tk X11. Für Perl/Tk gibt es als Ersatz Tkx, das ohne X11 läuft, aber eine erhebliche Änderung des Codes benötigt. Für meine grafische Perl-Shell, den Perl Workspace, hatte ich bisher aber keine Lust, das umzuschreiben.

Bliebe noch WxWidgets. Abgesehen davon, dass ich damit noch keinerlei Erfahrung habe, schreckt mich die ellenlange Installationsanleitung ab. Beim genauen Studium der zig Bildschirmseiten findet sich dann auch der Hinweis, dass die ganze Orgie mit nur einer Zeile zu erledigen ist, falls man MacPorts installiert hat - und falls das funktioniert, möchte man hinzufügen, weil das nicht immer der Fall ist, wie ich leidvoll erfahren musste. (Für die Python-Liebhaber gibt es einen recht aktuellen Artikel über wxPython bei O’Reilly.)

Hat da jemand Java gerufen? Ja, ich weiß, Java bietet plattformübergreifende GUI-Programmierung, aber es ist trotzdem ungeeignet für meine Zwecke, denn ich mag Java nicht. Also werde ich weiter auf die klassischen Unix-GUI-Toolkits zurückgreifen müssen, die - und das ist schon fast ironisch - unter Windows meist besser laufen als auf dem zertifizierten Unix namens Mac OS X.

Browser

Safari 3 ist der beste Browser, den ich jemals benutzt habe und das waren so ziemlich alle seit den seligen NCSA Mosaic-Zeiten. Das Ding stellt - zumindest in der Mac-Version - Webseiten unglaublich schnell dar, ist stabil und einfach angenehm zu bedienen. Zum Surfen gibt’s nichts besseres. Ich benötige aber dummerweise immer wieder mal die eine oder andere Firefox-Erweiterung - und die gibt’s dann halt nur für den Firefox. Und der Firefox auf Mac OS X ist eine lahme Ente. Also arbeite ich auf meinem Mac meist mit dem Safari, hin und wieder mit dem Firefox. Das ist weniger produktiv als unter Windows, wo der Firefox fast so schnell und angenehm läuft wie Safari auf dem Mac. Zwar nur fast, aber dafür halt mit allen Erweiterungen.

Tastaturkürzel

Als Programmierer benötigt man häufig alberne Zeichen wie geschweifte Klammern oder den Backslash. Meines Erachtens sind hier beide Systeme mies. Denn ob ich für den Backslash AltGr-ß drücken muss oder Shift-Alt-7 - egal, es ist beides wenig ergonomisch. Auf dem Mac habe ich inzwischen eine Hassliebe zu Cmd-W entwickelt. Diese Kombination schließt das aktuelle Fenster der aktuellen Anwendung. Das ist sehr nützlich, falls mehrere Fenster geöffnet sind und ich das oberste davon schließen möchte, die anderen aber geöffnet bleiben sollen. Da aber Cmd-W gleich neben Cmd-Q liegt, schieße ich mir regelmäßig die komplette Anwendung ab, also auch die Hintergrundfenster, die ich eigentlich offen haben möchte. Unter Windows ist das äquivalente Ctrl-F4 so fingerbrecherisch, dass ich es so gut wie nie einsetze - und Alt-F4 ebenso selten.

Hardware-Auswahl

Dieser Punkt sagt wenig über die tatsächlichen, fast hätte ich geschrieben: objektiven Schwächen der beiden Systeme aus, aber trotzdem ist die Auswahl an Hardware zu berücksichtigen. Sich auf ein Betriebssystem festzulegen, bedeutet dort ein Stück weit gefangen zu sein. Zwar sind diese Lock-In-Effekte längst nicht mehr so dramatisch wie noch vor zehn Jahren, aber es gibt sie immer noch. Als Nachteil empfinde ich das vor allem für Apple. Das mag ungerecht sein, ist aber Realität. Würde ich mich komplett dem Mac OS X zuwenden, wäre ich auf die Apple Hardware festgelegt. Die ist zwar heute großartig, was aber mache ich, wenn sich das morgen ändert? Und Apple als einziger Hardware-Hersteller hat naturgemäß große Lücken im Angebot. So gibt es nun zwar das MacBook Air, aber ein echtes Subnotebook suche ich dort nach wie vor vergebens. Ich hatte gerade im letzten Jahr derartig wechselnde Anforderungen an meine Arbeitsweisen, dass ich mir gerne die Option offen halte, immer auf eine möglichst passende Hardwarevariante zu wechseln. Mit Windows kann ich das, mit Apple bin ich recht beschränkt.

Apropos Hardware: Seit dem Umstieg auf die Intel-CPUs hat der Mac wieder eine konkurrenzfähige Performance, die alten G4-Dinger waren zuletzt doch arg ins Hintertreffen geraten. So schön das nun auch ist, wieder schnelle Mac-Hardware zur Verfügung zu haben, so gibt es doch auch weniger angenehme Dinge, die ich mit dem CPU-Wechsel verbinde. Die MacBooks brauchen deutlich länger sich schlafen zu legen als die alten G4-iBooks. Bei letzteren klappte man den Deckel zu und das Ding schlief augenblicklich ein; das MacBook kann da schon etliche Sekunden brauchen. Hinzu kommt, dass der Suspend-Mode im MacBook manchmal mehr Strom frisst als er sollte. Und auch der einst so souveräne Umgang, wenn man den Monitorstecker im laufenden Betrieb rauszieht, ist bei den aktuellen Modellen nicht mehr ganz so überzeugend. Es kann schon vorkommen, dass ich den Deckel mehrmals auf und zu machen muss, bis das System kapiert, dass nun kein Monitor mehr angesteckt ist.

Fazit

Das mit dem Fazit ist so eine Sache. Ich kann keins ziehen, zumindest kein endgültiges. Offensichtlich geht’s anderen ähnlich, während manche Wechsler eine abgewogene Schlussfolgerung zustande bringen. Derzeit ertappe ich mich dabei, wieder häufiger auf meinem Thinkpad mit Windows zu arbeiten - im Wesentlichen wegen Ultraedit, TortoiseSVN und dem schnelleren Firefox. Aber das kann sich bald wieder ändern, sobald die Anforderungen andere werden. Und das ist wohl das eigentliche Fazit: Egal ob Windows oder Mac - auf beiden Systemen lässt sich wunderbar arbeiten und selbst der kurzfristige Wechsel zwischen beiden ist heute keine Hexerei mehr.

WLAN-Stärke ausmessen mit Perl und Beschleunigungssensoren

February 13th, 2008

Hatten Sie schon öfter den Wunsch, die WLAN-Stärke in Ihrem Büro oder Ihrer Wohnung schrittgenau auszumessen? Nun, mit einem halbwegs aktuellen ThinkPad (oder mit etwas Anpassung auch jedes andere Notebook mit einem Hardware-Beschleunigungsmesser) und ein paar Perl-Scripts ist das nun ganz einfach möglich.

Im Artikel Take your ThinkPad out for a walk to create wireless site surveys zeigt Nathan Harrington, dass IBM-Programmierer zu viel Zeit haben wie man mit einem Perl-Script die Daten des Beschleunigungssensors ausliest und dazu jeweils die Signalstärke des WLAN misst. Läuft man nun mit dem ThinkPad in der Hand durchs Büro, erkennt das Programm jeden einzelnen Schritt am Ausschlag des Beschleunigungssensors; ebenso werden Drehungen registriert. Nun muss man nur noch in einem definierten Muster spazieren und schon erhält man hinterher eine bunte Karte mit der Signalstärke des eigenen WLAN-Netzes.

Hessische Fremdwörter: Anstand und Würde

January 28th, 2008

Die grundlegende politische Stimmung ist seit Jahren der Union zugeneigt, sie stellt eine äußerst populäre Kanzlerin und regiert in den meisten Bundesländern. Die Arbeitslosenzahlen sind gering wie lange nicht und gerade auch in Hessen brummt die Wirtschaft. In dieser Situation verliert der hessische Ministerpräsident Roland Koch mehr als 12 Prozentpunkte und bleibt um gerade mal gut 3000 Stimmen vor der SPD - vor einer SPD, die lange Zeit weit abgeschlagen war. Die CDU hat in Hessen also trotz einer guten gesamtpolitischen Situation ein Viertel ihrer Wähler verloren. Daraus lässt sich genau eine Schlussfolgerung ziehen: Koch hat’s vergeigt. Er hat eine Kampagne gestartet, die am Ende auf ihn selbst zurückgefallen ist. Der Wähler hat Koch brutalstmöglich abgestraft.

Wer auch nur einen Funken Anstand und Würde in sich trägt, würde nach so einem Ergebnis zurücktreten. Es hat schon Rücktritte für weitaus geringere Fehler und Verluste gegeben. Das ist Teil der politischen Verantwortung. Doch was sagt Roland Koch zum Wahlergebnis: “Zunächst einmal gibt es einen Regierungsauftrag für die stärkste Partei.” Nun sollte es nicht verwundern, dass ein Politiker, der schon zum wiederholten Male einen Krawallwahlkampf führte, bei derartigen Fragen wenig zimperlich ist. Dass für ihn aber offenbar Anstand und Würde komplett unverständliche Fremdwörter sind, das ist geradezu grotesk.

Aber hat er inhaltlich nicht doch recht, soll nicht die größte Fraktion den Regierungschef stellen? Das ist ein Ammenmärchen, das 2005 von Angela Merkel ausgegraben wurde. Während der sozial-liberalen Koalition in den 70ern hat niemand diese Frage gestellt. Und auch 2002 war es völlig unerheblich, dass die SPD ein paar Tausend Stimmen mehr hatte als die Union. Wäre es umgekehrt gekommen, es hätte nichts daran geändert, dass rot-grün weiterregiert hätte.

Der einzige Ausweg aus dem Wahldilemma in Hessen ist ein Rücktritt Kochs. Dann wäre eine große Koalition zumindest vorstellbar.

Kindermund und Wahrheit - Geschichten über Kunden und Verkäufer, Teil 2

January 25th, 2008

Einer der wenigen Nachteile, wenn man in einer kleinen Stadt wohnt, ist das recht eingeschränkte Angebot an guten Lebensmitteln. Vor einigen Jahrzehnten hätte eine derartige Aussage Gelächter provoziert, heute ist das bitterer Ernst. Ich möchte gar nicht von den hervorragend bestückten Lebensmittelabteilungen der großen Kaufhäuser in den großen Innenstädten reden. Selbst der Tengelmann um die Ecke, als ich in München-Sendling wohnte, bot eine sehr gute Auswahl an.

Hier in Osterhofen haben wir natürlich alle denkbaren Discounter von Aldi über Lidl und Norma bis zu Plus, doch an guten Supermärkten mangelt es. Die beiden Edekas sind vielfach sehr dürftig bestückt, so dass uns eigentlich nur der Rewe zum Einkaufen bleibt. Doch das Angebot dort wird immer schlechter. Da kann’s schon passieren, dass das angebotene Toastbrot seit einer Woche abgelaufen ist. Oder dass es in den Wochen vor Weihnachten einfach keinen Zuckerhut (für eine leckere Feuerzangenbowle) gibt - und als endlich die lange angepriesene Lieferung kommt, stellt sich heraus, dass genau drei(!) Stück Zuckerhüte enthalten waren. (Wir haben dann nur zwei mitgenommen, schließlich wollten wir anderen das Weihnachtsfest nicht verderben. *g*) Und auf die Frage, wo denn die im Prospekt angekündigte Prepaid-Handy-Karte zu finden sei, heißt es: “Da haben wir keine Ahnung. Aber stimmt, da war mal was im Prospekt. Also wir haben sowas nicht.”

Kleinigkeiten. Aber richtig ärgerlich ist nun, das Rewe offenbar immer mehr (Marken-)Produkte durch Rewe-eigene Waren, die häufig deutlich schlechter sind, ersetzt. Darüber haben wir uns zuhause zuletzt mehrfach unterhalten. Gestern nun war mein Sohn mit seiner Oma in besagtem Rewe beim Einkaufen. Als sie ein Produkt nicht fanden, fragten sie den zufällig in der Nähe stehenden Marktleiter, wo das denn zu finden sei. Und mein derzeit besonders vorlauter sechsjähriger Nachwuchs gab auch seinen Kommentar dazu: “Bei euch gibt’s überhaupt keine guten Sachen mehr. Immer bloß diese Rewe-Produkte!”

Der Marktleiter stand, sichtlich pikiert, einige Zeit rum und wusste nicht, was er sagen sollte. Dann verschwand er wortlos, kam nach ein paar Minuten wieder vorbei und drückte meinem Sohn einen kleinen Plastiklaster in die Hand. Schade, dass ich diese Szene nicht live erleben konnte.

Hinweis: Alle Zitate wurden ins Hochdeutsche transkribiert.

Sony BMG, DRM-freie Musik und der Musicbon - Geschichten über Kunden und Verkäufer, Teil 1

January 25th, 2008

Seit heute verkauft Sony BMG DRM-freie Musik übers Internet. Das berichten jedenfalls mehrere Medien. Bis zur deutschen Sony BMG-Website scheint sich das allerdings noch nicht herumgesprochen zu haben. Nicht nur, dass dort keinerlei Hinweis auf das Angebot zu finden ist, verblüfft. Nein, eine Google AdWords-Anzeige verweist sogar auf den Musik-Download-Shop von AOL. Und natürlich sind die bei AOL angebotenen Musikstücke der Sony BMG-Künstler keineswegs DRM-frei, wie kurze Tests für Alicia Keys und Udo Jürgens zeigten. In der Pressemitteilung, die Google ausspuckt, findet sich dann aber endlich die heiß ersehnte Website: www.musicbon.de/musicbon/. Aber wer glaubt, hier nun endlich DRM-freie Musik runterladen zu können, wird enttäuscht. Denn Sony BMG hat sich ein besonderes Leckerli ausgedacht: download a la card. Was dieses Wortspiel zu bedeuten hat, erklärt die Musicbon-Homepage so:

musicbon unterstützt eine völlig neue Art des Musikkonsums und besteht im Wesentlichen aus 2 Bestandteilen: den musicbon prepaid-Karten und dem musicbon Downloadportal

PrePaid-Karten? Ja, genau, PrePaid-Karten. Der Download-Shop erlaubt zwar tatsächlich den Download von DRM-freier Musik - aber vor den Download haben die Schlauberger von Sony BMG den Weg zum Musikhändler gesetzt. Musikhändler? Ja, genau Musikhändler. Also Ladengeschäfte, die CDs und andere antike Medien verkaufen. Und weil Sony BMG ganz toll ist, sind derzeit nur die Saturn-Filialen mit dabei. Saturn-Filialen? Ja, genau, Saturn-Filialen. Die geilen Geiz-Dinger gibt es ja an jeder Ecke; ich zum Beispiel müsste nur mal 80 Kilometer - einfach - fahren, um einen Musicbon zu kaufen. Ich glaube, Sony BMG hat hier eine wunderbare Marktlücke entdeckt, bin gespannt, ob die Server den zu erwartenden Ansturm aushalten werden.

Aber lassen wir den Sarkasmus mal kurz beiseite: Wer denkt sich einen solchen Schwachsinn eigentlich aus? Entweder haben die Verantwortlichen noch nie auch nur ein Bit im Internet bewegt oder, und das befürchte ich fast, das ganze hat Methode: Alle verlangen von uns DRM-freie Musik, aber wir wollen das doch gar nicht. Dann stellen wir uns mal ganz schlau und bieten zwar DRM-freie Downloads an, machen das aber so kompliziert, dass niemand es nutzen wird. Klasse Idee, Sony BMG!

Exchange Server 2003 erfordert alle 72 Zeichen einen Festplatten-Austausch

January 23rd, 2008

Im E-Mail-Standard ist vorgesehen, dass die maximale Länge von Zeilen in einer E-Mail 72 Zeichen beträgt. Nun war ich mir beim Erstellen einer neuen Signatur nicht mehr sicher, ob das wirklich 72 Zeichen oder nicht doch 76 Zeichen waren. Aber auch hier sollte eine Google-Suche schnell Abhilfe schaffen: Die Anfrage [e-mail 72 zeichen] bringt auf Platz eins einen lustigen Treffer von Microsofts Supportseiten:
Eine Festplattenrückgabe wird eingefügt, nachdem 72 jede Zeichen in einem Nur-Textformat Server 2003 in Exchange Messaging

Das kaum verständliche “Deutsch” in der Überschrift zeigt schon, dass es sich um eine maschinelle Übersetzung handelt. Aber was bitte soll eine Festplattenrückgabe sein? Da haben ja Exchange-Administratoren viel zu tun, wenn sie alle 72 Zeichen die Platte wechseln müssen. Ohne Hotswap-Fähigkeit ist man da verloren.

Das englische Original ist leicht verständlich, bleibt aber die Frage, wie das Übersetzungsprogramm auf “Festplattenrückgabe” kommt:
A hard return is inserted after every 72 characters in a plain text message in Exchange Server 2003

Offenbar übersetzt die Maschine “hard return” mit “Festplattenrückgabe”. Ich finde das strange.

Kommt morgen das MacBook Air?

January 14th, 2008

[Update]
Es ist das erwartete dünne Subnotebook! Und es heißt MacBook Air. MacRumors.com hat die Fotos.
Gewicht: 1,3 kg
max. Dicke: 1,9 cm

Morgen um 18 Uhr unserer Zeit beginnt die Keynote von Apple-Chef Steve Jobs. Schon lange halten sich die Gerüchte, dass er dabei ein neues leichtes MacBook vorstellen wird. Nun melden mehrere Newsseiten und Blogs, das neue Gerät werde MacBook Air heißen. Untermauert werden diese Gerüchte von Fotos vom Macworld-Ausstellungsgelände, auf denen “There’s something in the air” zu lesen steht. Sogar ein erstes, wohl nicht ganz ernst gemeintes Auspackzeremonie-Video gibt es auf YouTube.

Klar ist nur, dass Steve Jobs eine große Herausforderung bevorsteht, die Keynote des letzten Jahres mit der iPhone-Vorstellung auch nur annähernd zu erreichen. Zumal die Erwartungshaltung durch die vorgezogene Vorstellung der 8-Kern-Macs nochmals gesteigert wurde. Jedenfalls berichten mehrere Analysten von Gesprächen mit taiwanesischen Herstellern, dass ein Subnotebook wohl zu erwarten ist. Ob das dann aber wirklich MacBook Air heißt, werden wir morgen Abend wissen.