Stefan Fischerländer’s Blog One Blog Is Not Enough

Der private Olympia-Boykott

Ich hatte selbst schon drüber nachgedacht, nun hat es mir jemand vorgemacht: Frank Hamm ruft auf seinem Blog zum persönlichen Olympia-Boykott auf.

Ich boykottiere die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Ich werde weder mir Berichte im Vorfeld zu den Vorbereitungen der Olympischen Spiele ansehen oder anhören (außer es ist ein kritisierender Bericht), noch werde ich Berichte von den Olympischen Spielen 2008 in Peking ansehen oder anhören.

Olympia-Boykott Peking 2008

Ich muss gestehen, ich bin mir nicht sicher, ob ich den Boykott vollständig durchhalten werde. Aber meine Beobachtung wird sich sehr in Grenzen halten. Und ich werde versuchen, die Sponsoren zu meiden. Wobei ich ein Problem habe: Lenovo baut leider in Form der ThinkPads die mit Abstand besten Notebooks. Hier werde ich meinen Boykott nicht durchhalten können. Es ist halt wie so oft: Es gibt kein wahres Leben im falschen.

15 Responses to “Der private Olympia-Boykott”

  1. Patrick says

    Meiner Meinung nach ist die einzig effektive Form des Boykotts ein Wirtschaftsboykott aller Laender gegenueber China.

    Wenn die Leute sich nicht die Olympiade anschauen dann interessiert das die chinesische Regierung wahrscheinlich nicht im geringsten!

    Ich frag mich wer ueberhaupt auf die glorreiche Idee kam Olympia 2008 in Peking stattfinden zu lassen? Haben die wirklich gedacht, dass sich China deswegen aendern wird?!?

  2. Stefan says

    Einen “Wirtschaftsboykott aller Länder” wird es nicht geben und ich weiß auch nicht, ob ich das gutheißen würde. Denn grundsätzlich bin ich der Überzeugung, dass auf Dauer wirtschaftlicher Austausch auch zu gesellschaftlicher Öffnung führt.
    So wie sich Olympia 2008 in Peking aber jetzt darstellt, nutzen die chinesischen Machthaber den Glanz der Spiele aus und müssen fast nichts aufgeben: Die Presse, aber natürlich nur die ausländische, darf frei berichten, aber natürlich nur während der Spiele. Hier hat das IOC viel zu wenig aus seinen Möglichkeiten gemacht - aus Angst, dass kritische Berichterstattung über China zu einer kritischen Sicht der Olympischen Spiele führen würde und das wiederum die Sponsoren vergraulte. Das IOC möchte halt einfach eine Hochglanzveranstaltung, die sich gut vermarkten lässt.
    Das einzige was jeder einzelne dagegen tun kann, ist die Spiele privat weitgehend zu boykottieren. Wenn die Quoten im Fernsehen sinken, wenn das Sponsoring für die Firmen keinen Profit mehr ergibt, nur dann wird sich was bewegen.
    Für Peking 2008 wird das zu spät kommen, aber mit den Winterspielen in Sotchi 2014 steht ja der nächste Unsinn schon bevor. Und vielleicht - sollte in den kommenden Monaten ein olympiakritischer Trend in Gang kommen - macht dann das IOC doch noch etwas Druck auf die chinesische Regierung.

  3. Christian says

    Ich denke die WAZ hat es am Wochenende ganz gut auf den Punkt gebracht: Es war ein Fehler, die Spiele an China zu vergeben. Aber es wäre auch ein Fehler, sie zu boykottieren. (Letzteres aus Sicht der Sportler.) Das mit dem Sponsoren-Boykott finde ich gut!

  4. Frank says

    Ob wirtschaftlicher Austausch zu einer Öffnung der Gesellschaft führt, weiß ich nicht. Zunächst einmal will die Mehrzahl der Bevölkerung Wohlstand. Demokratie wird die meisten erst einmal weniger interessieren, solange sie sich ein Auto kaufen können.

  5. Stefan says

    Frank, klar ist, so lange die Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind, sind vielen Demokratie und Freiheit eher nebensächlich. Das ist ja auch nur allzu gut zu verstehen. Wenn aber die Grundbedürfnisse einmal erfüllt sind, wird der Mensch anfangen, über weitergehende Bedürfnisse nachzudenken. Wirtschaftlicher Austausch kann und wird das Beflügeln.

  6. Mario says

    Wie auch immer. Sowas war doch von vornherein klar. Nun muss man sehen was passiert. Ich bin gespannt

  7. Theo says

    So wie du werde ich das auch halten…
    Wird es etwas bewirken? Nein. Werde ich mich besser fühlen? Auf jeden Fall!

  8. Stefan says

    Ich muss ja zugeben, dass mich Olympia zuletzt 1984 in LA fasziniert hat. Damals war ich vierzehn und alleine der Eröffnungsgag mit dem Raketenmann war einfach nur cool. Aber alles was danach kam, nervte mich zusehends: Die 100m-Dopingfarce 88 in Seoul, die Samaranch-Jubelspiele von Barcelona oder die Coca Cola-statt-Athen-Spiele von Atlanta 96. Von daher fällt mir ein persönlicher Boykott relativ einfach. Ob’s was nutzt? Das kommt darauf an, wie viele Leute mitmachen. Aber schaden kann’s nun wirklich nicht.

  9. NicdeBerge says

    Sponsoren Boykott, Olympia Boykot hin und her… Aus welchem Grund denn? Kann es nicht sein, dass die deutschen Medien genauso geschönte Berichte bringen wie das “kommunistische” China?

  10. Michael Web says

    Hehe, das Logo wurde mit dem Web 2.0 Maker gemacht ;)
    Aber ob dein Boykott was bringen wird, ist fraglich.

    Grüße

  11. China garantiert "ausreichenden" Webzugang says

    […] einigen Wochen habe ich bereits über meinen privaten Olympia-Boykott geschrieben. Hintergrund ist beileibe nicht nur die Tibetfrage; die halte ich eher für […]

  12. Beijing vs. Peking says

    […] die Olympischen Spiele in Peking (siehe auch Mein Olympia-Boykott) begonnen haben, fällt mir auf, dass immer häufiger statt des üblichen deutschen […]

  13. 6 vor 9 » medienlese.com says

    […] vs. Peking (fischerlaender.net, Stefan Fischerländer) Stefan Fischerländer, der sich zurzeit eigentlich im Olympia-Boykott befindet, schreibt über die olympischen Spiele. Und zwar stört er sich am “Unfug”, […]

  14. Ich liebe Olympia! says

    […] habe ich kurz meinen Olympia Boykott unterbrochen. Ich musste mir unbedingt das 200m-Finale ansehen, denn ich wollte live dabei sein, […]

  15. Dirk says

    Letzendlich hat der ganze Boykott wahrscheinlich überhaupt nicht bewirkt. Zumindest hört man nichts mehr davon. Sehr schade.

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